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Pflanze des Monats März: Birke

 
Birke (Betula pendula), auch Hängebirke oder Weißbirke genannt, gehört zu meinen Lieblingsbäumen. Sie macht zu jeder Jahreszeit etwas her, im Sommer mit ihren bei jedem Windhauch raschelnden Blättern und im Winter mit der markanten Rindenfärbung. Ein Professor an der TFH Berlin bezeichnete die Birken als ‚leichte Mädchen‘, was nicht wirklich schmeichelhaft ist, aber auch nach 14 Jahren immer noch im Gedächtnis blieb.
 
Birken gehören zu den sogenannten Pioniergehölzen, sprich zu den Erstbesiedlern einer Brachfläche. Sie breiten sich stark aus, ich kann in jedem Jahr ca. zehn Birkensämlinge ausrupfen, täte ich es nicht, würde der Garten sehr schnell zum Birkenhain. Ich liebe Birgkenhaine, aber so viel Platz gibt der Garten dann doch nicht her. Derzeit stehen drei junge Birken von ungefähr 3 m Höhe im Garten, von denen zwei auf alle Fälle bleiben dürfen.
Birken sind auch ein deutlicher Beweis folgender Aussage: die natürliche Sukzession in Mitteleuropa ist Wald. Zusammen mit den Ahornen, die sich auch im Garten immer wieder zwischen die Sträucher mogeln und mich dann gerne mit zwei Metern vor vollendete Tatsachen stellen, können sie problemlos ein eben noch leeres Fleckchen Erde in einen Wald verwandeln. In sehr kurzer Zeit, wohlgemerkt. Allerdings nicht sehr lange, unsere Birken werden nicht viel älter als 30 oder 40 Jahre, danach beginnen sie zu vergreisen und werden schnell Opfer des nächsten Sturms.
 

Birke im Winter

Birke im Winter

Junge Birkenblätter im Frühling

Junge Birkenblätter im Frühling

Birkenknospen und Wassertropfen

Birkenknospen und Wassertropfen

Birkenhain im Frühjahr

Birkenhain im Frühjahr

 
Aber solange sie dastehen, sind sie nicht nur eine Augenweide, sondern darüber hinaus noch sehr gesund. Die jungen Blattknospen im Frühjahr (April/Mai) bilden eine gute Grundlage für eine Frühjahrskur, die Birke enthält harntreibende Stoffe und ‚reinigt‘. Frischer Birkensaft wirkt sogar noch besser. Ab März/April kann man diesen der Birke direkt entnehmen. In ca. 1 m Höhe ein Loch in den Stamm bohren, ein Glasröhrchen hineinschieben und ein Glasgefäß zum Auffangen des austretenden Saftes darunter platzieren. Nach 2 – 3 l empfiehlt Susanne Fischer-Rizzi in ihrem Buch ‚Blätter von Bäumen‘ dieses Loch wieder zu verschließen, um den Baum nicht unnötig zu schwächen, problematisch ist daran allerdings der mögliche Einschluss von Pilzsporen, die unter dem Verschluss von Baumwachs besonders gerne gedeihen. Möglicherweise schließt sich das Loch auch von selbst, ich habe es noch nicht ausprobiert.
 
Eine schonendere Methode ist daher das Schneiden junger Zweige und sanftes Ausdünsten, oder eben nur die Blattknospen verwenden. Diese werden dann getrocknet und täglich als Tee zubereitet, 2 Teelöffel auf eine Tasse, 2 – 3 Tassen täglich und das ganze 3 Wochen lang. Wer nicht selber sammeln kann oder möchte, kann sich Birkenblätter auch in der Apotheke kaufen.
 
Die Birke ist mit 102 Arten vertreten, die uns bekannte typische Stammfärbung in weiß dabei sehr häufig, sie kommt aber auch mit kupferroter Rinde vor. Ein besonders leuchtendes Weiß ist bei der Papier-Birke zu sehen, einer im nördlichen Amerika, Kanada und Alaska verbreiteten Art, deren Rinde auch zum Bau von Kanus verwendet wurde. Das Holz der Birke ist hell, fast weiß und lässt sich sehr leicht schnitzen.
 
Schaut auf die Birke mit neuen Augen, es lohnt sich! Und mit dem März ist jetzt auch endgültig der Frühling eingezogen, darüber kann auch eventuell noch liegender Schnee nicht hinwegtäuschen! Genießt die ersten warmen Sonnenstrahlen, lange dauert es nicht mehr und es beginnt überall mit Macht zu sprießen und zu blühen!